Gewährleistungsfalle wird geschlossen

Die Regierungskoalition hat sich auf Bundesebene zu einem Kompromiss in Sachen Gewährleistungs- und Bauvertragsrecht geeinigt. Wenn fehler- oder mangelhaftes Material verbaut wird, haftet nach den neuen Beschlüssen nicht mehr der Handwerker, sondern der Lieferant muss sowohl für die Materialkosten als auch für die Ein- und Ausbaukosten aufkommen.

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), sieht in der Reform eine spürbare Verbesserung für Handwerker in Gewährleistungsfällen: "Die Berichterstatter der Fraktionen stellen mit ihrem Kompromiss klar, dass künftig derjenige für die Folgen mangelhafter Materialien haften muss, der die Materialfehler zu verantworten hat. Eine gesetzlich festgeschriebene AGB-Festigkeit der neuen Ansprüche hätte zu mehr Rechtsklarheit geführt. Die nun gefundene Lösung ist aber eine geeignete Grundlage, kleine Betriebe vor unangemessenen AGB-Klauseln zu schützen. Wichtig wird deshalb sein, dass sich die neuen Ansprüche in der Geschäftspraxis etablieren und der AGB-Schutz tatsächlich wirkt."

Quelle: PERSPEKTIVEN extra 08/2017